La Cambre
Südlich der Altstadt von Brüssel befand sich in einem Feld- und Waldgebiet die herrschaftliche Abtei von La Cambre (niederländisch Ter Kameren - wohl Marienkammer), einem Kloster der Zisterzienserinnen mit stattlicher Kirche, Konventgebäuden und einem großen Wirtschaftshof. Heute befindet sich die Anlage in einem großen Park in den südlichen Stadtgebieten der Hauptstadt (Ixelles/Elsene) und kann schnell übersehen werden. Die einfache aber trotzdem wirkungsvolle hochgotische Architektur vor allem der Klosterkirche beeindruckt jedoch immer noch, auch wenn nur noch der Chor gewölbt ist, das Langhaus jedoch flach gedeckt ist und ohne Nonnenempore. Die Konventgebäude sind schlicht und eher neuzeitlich mit barockem Gepräge und gotischen Resten. Der barocke Wirtschaftshof verleiht dem Kloster einen schlossähnlichen Eindruck; hinter dem Kloster findet sich jedoch ein Teich und weitere Wirtschaftsgebäude die urtümlicher wirken und das Leben der alten Abtei auch heute noch lebendig werden lassen.
Gestiftet wurde das Kloster 1201 von Heinrich I. von Brabant und seiner Frau Mathilde an der Quelle der Maelbeek, das schnell zu Wohlstand geriet, dann aber im Laufe seiner Geschichte immer wieder in seinem Bestand gefährdet war. Die Aufhebung kam 1796 mit der Französischen Revolution und konnte erst 2013 wieder einer geistlichen Nutzung durch den Prämonstratenserorden zugeführt werden.
Fotos: Achim Fürniss, Mai 2024
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Daten
Gründung: 1201
Lat. Name: Camera beatae Mariae
Stiftung: Herzöge von Brabant
Aufhebung: 1796 Franz. Revolution
heutige Nutzung: Prämostratenser-Kloster (seit 2013)
Infos
Lage: Südlich von Brüssel im Stadtteil Ixelles, Brüssel (Belgien, BE), Karte
Links:
Literatur:
- Bernard Peugniez: Le Guide Routier de l’Europe Cistercienne. Editions du Signe, Straßburg 2012, S. 383.